google disavow links Tool

17.10.2012 | Nicolas Sacotte
Es ist soweit - nachdem BING ja schon vorgelegt hatte, kam google pünktlich zur Pubcon in Las Vegas ebenfalls mit der Möglichkeit raus, in den Webmastertools Links selber manuell abzuwerten. "Was about time!", ist eine der häufigen Reaktionen, die man seit gestern nicht nur auf Twitter, sondern auch in einschlägigen SEO Blogs lesen kann.

was macht das disavow links Tool genau?

Matt Cutts versucht in seinem Video zum disavow links Tool den Webmastern zu erklären, wie und vor allem wann man das Tool nutzen sollte. Es fällt auf, dass er sehr oft und an verschiedenen Stellen darauf hinweist, dass wirklich nur in Sonderfällen auf das Tool zurück gegriffen werden sollte. Aber seht selbst:



Mit dem neuen Tool ist es ab sofort laut google möglich, schadhafte Links, die man im Vorfeld nicht selber abbauen konnte, zu melden und damit abzuwerten. Matt Cutts macht genau das auch nochmal im Video deutlich, der Webmaster sollte zunächst versuchen alle Links selber entfernen zu lassen und dann Reconsideration stellen. Nur wenn wirklich Linkquellen bestehen bleiben, auf die man keinen Einfluss oder Zugriff mehr hat, können diese dann "disavowed" werden. Dazu zählen z.B. automatisch generierte Links aus Forenprofilen, BlogComments etc., also alles was man nur sehr schwer wieder "loswerden" kann.

Matt Cutts sagt aber auch, dass der Prozess sehr lange dauern wird, d.h. nachdem die zu entwertenden Links eingereicht wurden, kann es WOCHEN dauern, bis google diese verarbeitet hat und mögliche positive Auswirkungen im Ranking sichtbar werden. Daraus lässt sich schließen, das der Prozess google-intern hauptsächlich manuell abläuft und deshalb viele Ressourcen frisst. Außerdem ist gerade in der Anfangsphase damit zu rechnen, dass sehr viele Webmaster, trotz der wiederholten Bitte von Matt, vom disavow links Tool Gebrauch machen werden. Hier der Link zum Tool, das bisher noch nicht in der Standardnaviagtion für die Seitenverwaltung in den WMT auftaucht: https://www.google.com/webmasters/tools/disavow-links-main?pli=1 , der Link zum Tool erscheint automatisch, bei Seiten, die zuvor eine Warnmeldung erhalten haben.


Chance oder Risiko?

Für Webmaster, die bereits einen oder sogar mehrere erfolglose Reconsideration Requests hinter sich haben, ist das Tool sicher ein gute Möglichkeit, diejenigen Linkquellen zu beseitigen, die trotz größter kommunikativer Anstrengung nicht auszumerzen waren. Dennoch bleibt ein hohes Restrisiko, auch Links zu melden, die google gar nicht als negativ eingestuft hatte. Das Tool ist ein große Chance für Betroffene, allerdings verbunden mit einem hohen Risiko: wir empfehlen wirklich nur die Links zu melden, die auch wirklich "eingekauft" oder "getauscht" wurden! Natürlich entstandene Links sollten nicht reportet werden, selbst wenn dort generische Anchortexte verwendet wurden. Letztendlich sollte jeder das Tool kritisch betrachten und sich überlegen, was an weiteren Teilprozessen dadurch angeschubst wird bzw. wie die Auswirkungen für gemeldete Seiten sein können! Will (muss) man "Petze" sein, oder nicht?

Viele sehen das neue Tool auch als Chance, Links in gut und schlecht zu klassifizieren. Wir sehen das nicht so, denn der große Zeitversatz zwischen Aktion (Meldung) und Reaktion (Aufhebung der Strafmaßnahmen durch google) ist wie immer das Problem! Angenommen der Prozess dauert 6 Wochen: um wirklich verlässliche Aussagen über die Nachwirkung der entwerteten Links machen zu können, müssten alle anderen "Signale" in dieser Zeit ruhen! Keine neuen natürlichen Links (die positiv oder auch wieder negativ wirken können), kein neuer Content (WDF*IDF FTW! ;-)), keine neue Social Signals und Softfacts wie Aufenthaltsdauer, SERP-CTR und Bounce Rate! Das ist schlichtweg unmöglich und es wäre dumm, die Optimierungsarbeiten an der Webseite so lange komplett ruhen zu lassen! Es ist wie so oft wieder ein "Cutts und Maus"-Spiel, denn google möchte, dass die Webmaster die schlechten Links selber identifizieren..... und das ist wirklich nicht so einfach!

Klar es gibt sehr eindeutige Signale, aber auch vieles "dazwischen", was es extrem schwer macht einzuschätzen, ob ein Link nachhaltig ist, oder entfernt werden sollte! Und dazu gibt es ja bereits Tools wie DTOX in den linkresearchtools, die versuchen alle verfügbaren externen Faktoren in die Klassifikation einfließen zu lassen. Was aber allen fehlt ist die Anbindung an "Realwerte", d.h. z.B. Analytics oder Piwik. Warum? Weil es eigentlich nach Pinguin nur EIN einziges wirklich gutes Kriterium gibt, um Links zu bewerten: TRAFFIC und anschließende soft-KPIs wie Aufenthaltsdauer und Bouncerate. Wir sind gespannt, ob Christoph das in die linkresearchtools aufnimmt! ;-)

Wie man das Tool genau bedient ist bei Stefan nachzulesen. Kommentare zu den einzelnen Linkquellen sind offenbar erwünscht und sinnvoll: http://www.suchmaschinentricks.de/aktuelles/google/1577.php

andere SEO Blogs schreiben zu diesem Thema:

Beim Martin: http://www.tagseoblog.de/google-startet-tool-zum-entwerten-von-links
Beim Gerald: http://seo.de/7166/google-disavow-links/
Beim Danny: http://searchengineland.com/google-launches-disavow-links-tool-136826
Beim Mario: http://www.website-boosting.de/blog/2012-10-17/disavow-links-backlinks-entwerten.html
Beim Heiner: http://www.seo-united.de/blog/google/google-bietet-tool-zur-backlink-entwertung.htm
Beim Stefan: http://www.stefan-koehn.de/blog/2012/10/googles-neues-disavow-links-tool/
Beim Marco vom Stefan: http://www.seonauten.com/disavov-link-tool-google/
und sogar die Alex hat was geschrieben: http://www.seo-woman.de/google-seo-tool-von-matt-cutts-disavow-links/

Wie seht Ihr das ganze Thema? Werdet Ihr das nutzen? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!
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