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Aus dem SEO-Nähkästchen: reverse SEO - Wenn TOP Positionen unerwünscht sind

Hamburg - Donnerstag, 05.08.2010
Heute möchten wir mal wieder aus unserem SEO-Nähkästchen plaudern, da der gestrige Anruf eines Webseitenbetreibers geradezu danach schreit.
Normalerweise wollen Webmaster oder Seitenbetreiber, die uns täglich anrufen, immer bessere Positionen erreichen. Deshalb suchen sie den Rat einer SEO Agentur, die dann bei der Optimierung helfen soll. Gestern kam ein Anruf über unsere SEO-SOS-Nummer rein, und ein sehr netter Betreiber eines kleinen Campingplatzes meldete sich am anderen Ende.

Der gute Mann wollte doch tatsächlich wissen, wie er mit seiner Seite wieder aus dem google-Index verschwinden könne. Auf Nachfrage wieso seine Seite aus den SERPS entfernt werden soll, hat er ganz konkrete und im Nachhinein völlig nachvollziehbare Gründe genannt.

1. war der Aufstieg/Einstieg in den google-Index nie geplant, der Webdesigner hatte wohl sehr gute Arbeit geleistet und war davon ausgegangen, dass sein Auftraggeber sicher damit einverstanden ist, mehr Traffic auf die Seite zu bekommen. Er hatte, um das ganze anzuschubsen, netterweise ungefragt ein paar WK, AV, und SB-Submissions gemacht.
2. Über diverse Longtail-Kombis wie "Campingplatz + Region" und "Campingplatz + Stadt" etc. kommen doch verhältnismäßig viele Besucher, die dann entweder anrufen und reservieren wollen, oder die direkt auf gut Glück einfach mal anreisen (eine detaillierte Anfahrtsbeschreibung ist auch auf der Webseite vorhanden).
3. Die Anrufe verursachen "Verwaltungsaufwand" , den der Betreiber nicht covern kann und möchte.
4. die überschaubaren Größe des Platzes, der sowieso zu 60% durch Dauercamper gebucht ist, ist dem Zustrom durch die Camper nicht gewachsen, die "Rezeption" zu Stoßzeiten überfüllt.

Alles in allem wird es dem Betreiber einfach zuviel. Auf Nachfragen, was denn dann die Intention hinter der Webseite gewesen sei, wenn nicht die Akquise neuer Camper, kam eine verblüffende Antwort: "Das haben doch mittlerweile alle und einige meiner Gäste haben mich gefragt, ob wir denn eine Interseite haben. Und da ich einen Webdesigner im Freundeskreis habe, wurde die Webseite eben schnell umgesetzt. Ehrlich gesagt weiß ich bis heute wirklich nicht WARUM. Wir wollten einfach auch eine Seite haben, weil das eben jeder macht, auch die anderen Campingplätze in der Region. Ich hätte nie erwartet, was so eine Internetseite für Folgen haben kann. Eingentlich waren wir die letzten Jahre immer ausgebucht und ich wollte die Seite nur aus Imagegründen..."

Die Seite aus dem Index zu entfernen ist relativ einfach und es gibt dazu mehrere Methoden:

1. Über die google Webmaster Tools kann man gezielt Seiten aus dem Index entfernen lassen. In der Regel wird das dazu genutzt, gezielt unerwünschte Unterseiten zu entfernen.
2. man kann ausserdem dem google-bot (und anderen Crawlern) direkt im head Bereich des Quellcodes mitteilen, dass die Seite nicht indiziert werden soll:
3. man kann über die im root-Verzeichnis des webs liegende robots.txt-Datei die Crawler aussperren:
User-agent: *
Disallow: /

Wer ganz sicher gehen möchte, kann auch alle 3 Möglichkeiten gleichzeitig nutzen.

Der Campingplatzbetreiber wird nun genau diese Maßnahmen umsetzen. Bei der detaillierten Logfileanalyse hat sich allerdings herausgestellt, dass mittlerweile auch einiger Traffic über Social-Media-Portale generiert wird, weil der "Geheimtipp" z.B. über facebook den Freunden empfohlen wurde und sich so langsam weiter verbreitet. Sollte dieser Trend anhalten und der Traffic über facebook&Co. weiter zunehmen, überlegt der Betreiber den Auftritt komplett vom Netz zu nehmen!

Kommentar der SEONews-Redaktion: ein wahres "Luxusproblem"
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